HSV: Großer Ärger nach Jung-Platzverweis

Ein unberechtigter Platzverweis hat beim Hamburger SV am gestrigen Spieltag für enormen Ärger gesorgt. Gideon Jung hatte eine Rote Karte erhalten für ein Foul, das man auch gut mit Gelb hätte ahnden können – so sieht es mindestens der Hamburger Sportdirektor Todt. Der 23 Jahre alte Spieler war bemüht, den Ball zu treten und nicht den Spieler zu treffen, glaubt Todt.
Zu verstehen ist der Zorn auf jeden Fall. Die Hamburger hatten Bayern München zu Gast, und der Rekordmeister gewann das Spiel dank eines frühen Tors von Thomas Müller zwar mit 1:0, doch verdient war der Sieg nicht unbedingt. Hätten die Hamburger nicht in Unterzahl gespielt, wäre das Spiel vielleicht anders ausgegangen, denn die Bayern hatten bei diesem Spiel unter ihrem neuen Trainer offenbar einen kleinen Rückfall in die Ancelotti-Ära.
Auch die Mitspieler von Jung sind der Ansicht, dass die Rote Karte in diesem Fall nicht gerechtfertigt war. Es habe sich ihrer Meinung nach nicht um ein Brutalo-Foul gehandelt, sondern um eine taktische Maßnahme. Schon deshalb wäre eine Gelbe Karte ausreichend gewesen.
Weitaus interessanter ist aber sicher der Verdacht der Hamburger, dass der Unparteiische nicht ganz neutral entschieden habe. Man äußerte sogar die Vermutung, dass einer der bekannten Bayern-Spieler wie Hummels oder auch Boateng nicht so hart bestraft worden wären.
Der Übeltäter selbst hatte zwischenzeitlich auch Gelegenheit, sich zu seinem Foul zu äußern. Dass es sich um eine harte Attacke gehandelt habe, gibt er zu. Doch der Videobeweis sei seiner Meinung nach eindeutig, denn es habe sich nicht um eine Grätsche von hinten gehandelt. Er ist sogar der Ansicht, dass der verdiente Sieg für die Hamburger durch die Schiedsrichterentscheidung vergeben wurde. Letztlich zeigten die Hamburger also eine gute Leistung, aber auch nach sieben Spielen sind sie weiter ohne Sieg. Sogar einen traurigen Rekord haben sie aufgestellt. Erstmalig in ihrer Bundesligakarriere haben sie in vier Spielen vor heimischer Kulisse kein Tor erzielt.
Sollte sich diese Entwicklung weiter fortsetzen, dürfte es nicht lange dauern, bis das Abstiegsgespenst in Hamburg wieder einmal zum Thema wird. Es bleibt also zu hoffen, dass sich dieser negative Trend schon bald umkehrt.

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